
Während die meisten Menschen ihre ersten Atemzüge machen, nachdem sie den Geburtskanal ihrer Mutter verlassen haben, waren meine ersten Atemzüge jene, nachdem ich nach einem Autounfall wieder zu Bewusstsein kam.
Nichtsahnend, was passiert war, wurde ich im Krankenwagen ins Krankenhaus gefahren. An vieles an diesem Tag kann ich mich nicht mehr erinnern, aber an den Moment, als ich im Krankenhaus in den Spiegel sah, schon. Ich blickte hinein und erschrak, weil ich mich darin nicht erkannte. Wer war dieses Mädchen im Spiegel?
Viele Jahre wusste ich nicht, was geschehen war. Aber eines war sicher: Ab diesem Tag änderte sich alles für mich. Meine Familie war mir plötzlich fremd – auf eine Art, die ich nicht begreifen konnte. Meinen damaligen Freund liebte ich plötzlich nicht mehr. Er war so gar nicht mein Typ. Von diesem Moment an entfremdete ich mich immer mehr von ihm. Mein Geschmack änderte sich, ich änderte mich, ohne bewusst zu wissen, was geschehen war. Äußerlich war ich noch dieselbe, aber innerlich nicht mehr.
Veränderung ohne Erklärung
Im ersten Jahr nach meinem Unfall, bei dem meine Seele in diesen Körper inkarnierte und die der Sandy vor mir ihn verließ, wurde ich sehr krank. Ich hatte plötzlich am ganzen Körper Schuppenflechte und lag viele Wochen im Krankenhaus. Dann bekam ich eine schwere Lungenentzündung und extreme Rückenschmerzen, die bis zur Bewegungsunfähigkeit führten. Heute weiß ich, dass meine Seele und der Körper, den ich übernahm, anfangs nicht kompatibel waren – daher die vielen körperlichen Reaktionen.
Nach einem Jahr war alles vorbei. Ich zog aus und begann ein neues Leben – immer noch nichtsahnend, dass ich nicht mehr dieselbe war.
Viele Jahre vergingen, ohne dass ich auf die Idee gekommen wäre, dass irgendetwas passiert war. Selbst nach meinem Erwachen im Jahre 2005 dauerte es noch eine Weile, bis ich begriff, warum mein Innerstes nicht mit meiner äußeren Welt übereinstimmte. Es war immer nur ein ganz leises Gefühl in mir, dass etwas nicht passte – dass ich nicht passte.
Meine erste Begegnung mit einem WalkIn
Als meine Tochter drei Jahre alt war, lernte sie im Kindergarten ein Mädchen kennen. Die beiden wurden beste Freundinnen. Für mich war dieses Mädchen wie eine eigene Tochter, denn sie war sehr oft bei uns. Seit sie ein Baby war, hatte sie eine schwer kranke Mutter. Die Zeit war hart für den Vater, der sich um das Mädchen und um seine Frau kümmerte.
Als ich das Mädchen kennenlernte, erlebte ich sie als eine weise, alte Seele. Mit ihren drei Jahren war sie stark und kam erstaunlich gut damit zurecht, dass ihre Mutter für sie nicht da sein konnte.
Als der Vater sich – ich glaube, da war sie fünf – entschied, sich zu trennen und mit seiner Tochter ein neues Leben zu beginnen, begann für sie ein neuer Lebensabschnitt. Die schwere Kindheit war vorbei. Doch plötzlich wurde sie krank. Eine scheinbar normale Erkältung, die jedoch schwerer verlief. Als sie wieder gesund war und uns besuchte, stellte ich mich hinter sie – und bemerkte es sofort: Sie war nicht mehr dieselbe.
Ich fühlte plötzlich, dass dieses Mädchen mir fremd war. Sie fühlte sich anders an, sie sprach anders. Sie war nicht mehr so stark und taff, sondern ängstlich und zurückhaltend.
Das war sehr merkwürdig. Ich fragte meine geistigen Begleiter, was geschehen war. Die Antwort war überraschend – und etwas völlig Neues für mich: Sie hatte einen Walk-In gemacht – einen Seelentausch. Die Seele, die die schwere Kindheit für sie getragen hatte, war gegangen. Diejenige, die für dieses Leben bestimmt war, war gekommen.
Zu Beginn meiner Entfaltungsreise war alles überwältigend und unglaublich spannend. Aber es machte Sinn, denn ich spürte, dass sie wahrlich jemand anderes war.
Von diesem Moment an ließ mich der Gedanke nicht mehr los, dass ich vielleicht ebenfalls einen Walk-In gemacht hatte. Also fragte ich erneut meine geistigen Begleiter. Die Antwort war klar und eindeutig: „Ja, du hast einen Walk-In gemacht. Du hast deine Seele mit der von Sandy getauscht.“
Meine eigene Reise als Walk-In
Plötzlich machte alles Sinn. Ich hatte mir nie eingebildet, dass ich anders war. Die andere Sandy hatte nicht viel mit mir gemeinsam. Sie war ganz anders als ich. In diesem Moment öffnete sich mir eine neue Welt. All das, was ich aus ihrer Kindheit erlebt hatte, waren gar nicht meine Erfahrungen.
Sandy hatte eine schlimme Kindheit. Neben mehreren Missbräuchen, einer Vergewaltigung und viel Gewalt wurde sie auch noch von ihrer Stieffamilie ausgegrenzt und verachtet. Sie sprach mit niemandem darüber und machte alles mit sich selbst aus. Die Vergewaltigung, bei der sie beinahe starb, war der Moment, in dem der Ausstieg aus diesem Leben begann.
Zur Erklärung: Ein Walk-In geschieht nicht zufällig. Auch hier bindet ein Seelenvertrag die Beteiligten. Schon lange vor dem Tausch stand fest, dass er stattfinden würde. In diesem Vertrag wird vereinbart: Du übernimmst die gesamte Kindheit mit allen Erfahrungen und Traumata – und du heilst sie. Erst dann bist du frei und kannst dein eigenes Leben vollständig leben.
Normalerweise ist es so, dass alte Seelen, die einen Auftrag für die Menschheit haben, diesen Weg wählen.
So war es auch bei mir. 1987 beschloss die Menschheit den Aufstieg der Erde. Das war mein Startsignal. Um mir Kindheit, Jugend und all die Erfahrungen, die ich für meine Aufgabe nicht benötigte, zu ersparen, wählte ich den Weg des Walk-Ins – der 1990 geschah.
So begann ich, all die schrecklichen Erfahrungen aufzuarbeiten, die Sandy erlebt hatte. In dem Moment, in dem sie sichtbar wurden, fühlten sie sich wie meine eigenen an. Doch nach der Heilung konnte ich sie aus der Distanz betrachten und wusste: Das waren nicht meine Erlebnisse. Ich hatte sie nur für sie transformiert.
Ich wurde immer freier. Irgendwann war auch das letzte Trauma ihrer Kindheit geheilt und ich konnte mich von Sandy verabschieden. Sie begleitete mich noch als Geist und beobachtete, wie ich ihr Leben aufarbeitete.
Es ist eine Win-Win-Situation: Du bekommst ein fertiges Leben, einen fertigen Körper – und im Gegenzug bereinigst du das Energiefeld deines Vorgängers.
Und trotzdem ist ein Walk-In nichts Leichtes. Seit ich weiß, dass ich so in diese Welt gekommen bin, habe ich es nie als etwas Schönes empfunden.
Herausforderungen im neuen Körper
Oft ändern sich Menschen nach schweren Krankheiten, Operationen oder Unfällen plötzlich. Vielleicht hast du schon gehört, dass jemand danach neue Fähigkeiten hatte, eine andere sexuelle Orientierung entwickelte oder plötzlich eine fremde Sprache sprechen konnte. Die Wissenschaft erklärt das mit neu aktivierten Gehirnarealen. Ich sehe darin die körperliche Reaktion auf einen Seelentausch.
Auch bei mir wurde meine mediale Gabe „freigeschaltet“ – sie gehörte zu mir, nicht zur anderen Sandy. Diese nahm zwar Dinge wahr und hatte als Kind Angst vor Geistern, konnte aber nicht mit ihnen kommunizieren. Das begann erst nach meinem Unfall.
Wenn du dich also anders fühlst, dein Umfeld nicht zu dir passt, du keine Verbindung zu deiner Familie, deinen Kindern oder deinem Partner empfindest, kann es sein, dass auch du einen Walk-In gemacht hast. Vielleicht kennst du jemanden in deinem Umfeld, der innerlich verloren wirkt – obwohl er körperlich noch da ist. Als wäre der Mensch, den du liebtest, nicht mehr da.
In den letzten 15 Jahren habe ich vielen Menschen geholfen, in ihrem neuen Zuhause anzukommen und ihren Platz hier mit vollem Bewusstsein einzunehmen.
Es ist verwirrend und kann traumatisch sein, einen fremden Körper mitsamt seinem Energiefeld zu übernehmen. Stell dir vor, du ziehst in ein Haus, das nicht deinen Vorstellungen entspricht. Die Räume gefallen dir nicht, die Möbel sind nicht dein Stil, überall steht noch etwas vom Vorbesitzer – und trotzdem musst du hier leben.
So fühlt sich ein Walk-In an. Der Körper fühlt sich nicht wie deiner an. Auch ich habe meinen lange abgelehnt. Erst als ich begann, mein neues Zuhause bewusst zu transformieren, wurde es Schritt für Schritt meins.
Du übernimmst nicht nur den Körper, sondern auch Verhaltensweisen, Geschmäcker und Vorlieben. Das kann sehr verwirrend sein, so wie bei mir. Wenn dein Vorgänger Fleisch aß, du aber eigentlich keine Tiere isst, kann es sein, dass du plötzlich Ekel empfindest – obwohl du es tust. Vieles fühlt sich nicht stimmig an. Und das ist anstrengend.
Wenn du spürst, dass du Ähnliches erlebt hast, kann ich dich vielleicht dabei unterstützen, in deinem neuen Zuhause wirklich anzukommen und deine Seele vollständig hier zu verankern.
Wie schon geschrieben, begleite ich seit vielen Jahren Menschen dabei, das Trauma ihrer Walk-In-Inkarnation zu heilen.
Für alle, die sich fremd fühlen
Bist du vielleicht selbst ein WalkIn oder kennst jemanden, auf den das zutrifft, hilft dir mein Text vielleicht, besser zu verstehen – und loszulassen. Denn ein Seelentausch geschieht öfter, als wir glauben.
Vielleicht erkennst du dich in manchen Zeilen wieder. Vielleicht auch nicht.
Nicht jede Veränderung nach Krankheit, Unfall oder Krise ist ein Walk-In. Manchmal verändert uns einfach das Leben selbst.
Doch wenn du tief in dir spürst, dass etwas nicht stimmt, dass du dich fremd in deinem eigenen Leben fühlst, dann nimm dieses Gefühl ernst.
Du bist nicht falsch. Du bist nicht kaputt. Und du bist nicht allein.
Wenn du Unterstützung brauchst, um in deinem „neuen Zuhause“ wirklich anzukommen und deine Seele hier vollständig zu verankern, begleite ich dich gern auf diesem Weg.

